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Vorgestern um 17.21 Uhr ist mein Opa, Edmund Meiser, mit 89 Jahren gestorben. Meine Eltern, Oma und ich waren bei ihm, als er seinen letzten Atemzug tat. Er ging in Frieden und nicht alleine, so wie er es sich gewünscht hatte.

Mein Opa war immer da, hat mir zugehört und mich ernst genommen. Er hat mir eine Menge beigebracht, Kleinigkeiten und Großartiges. Wie man beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht in die Luft gehen kann?! Mein Opa wusste es. Die wichtigsten Schachzüge auf dem Brett und auch im wahren Leben?! Er hat sie mir gezeigt. Wie man als Gentleman denkt und handelt?! Mein Opa hat’s mir beigebracht. Das und noch vieles mehr, über das Leben, die Liebe und den Rest. Mein Opa war einmalig und ich danke ihm für alles, was er getan hat. Hoffentlich blickt er ab und zu mal runter, auf mich und mein Leben. Okay: Vielleicht nicht gerade dann, wenn ich wieder irgendwelche Dummheiten mache…

Opa: Ich liebe dich und werde dich niemals vergessen. Du warst ein fester Teil von mir (wirst es immer bleiben), sozusagen der Fels in meiner Brandung. Ich freue mich schon jetzt darauf, dich irgendwann und irgendwo wieder zu sehen.

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In der Luft das dumpfe Dröhnen von schweren Dieselmotoren… Zwei Bagger schwenken ihre langen Greifer zu riesigen Schrottbergen, entreißen ihnen Stück für Stück Fragmente unserer Gesellschaft und vergangener Zeiten: Buntes Metall in allen Formen, Farben und Funktionen. Teile ohne Ende. Meistens verbogen und geschunden, verkratzt und gesplittert. Trotzdem: Das Metall ist alt, aber nicht wertlos! Wenn diese Dinge über ihre Vergangenheit Geschichten erzählen könnten, dann wäre das riesige Becken im Dillinger Hafen, am Nordkai, direkt neben ihnen, nicht mit Wasser, sondern mit Worten gefüllt. Die große Presse ist trotz allem Ende erst der Anfang: Sie vereint das Verschiedene, kennt und macht keine Unterschiede. So vergehen alte und entstehen neue Dinge. Erst einmal kleine, schwere Würfel aus Metall. Bereit, geschmolzen und weiter verarbeitet zu werden. Was dann passiert?! Nun: Es gibt wieder neue Teile, in allen Formen, Farben und Funktionen… neues Spiel, neues Glück.  

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Ich glaube, so ähnlich ist es auch bei uns. Zumindest hoffe ich, dass es nach der großen Presse wieder einen Neustart gibt und das Leben von vorne beginnt. Wenn Ihr euch jetzt fragt, ob ich in den letzten Wochen zu viele Horoskope gelesen habe oder in der Volkshochschule einen Kurs für Philosophie besuche: Nix da, weder noch. Ich habe mir einfach mal ein paar ernsthafte Gedanken gemacht, heute, bei einem fotografischen Spaziergang im Dillinger Hafen, einem ganz besonderen Ort.

Warum? Weil es meinem Großvater im Augenblick sehr schlecht geht und kaum noch Hoffnung für ihn bleibt. Mein Opa ist übrigens der beste Opa meiner Welt, und ein bisschen gleicht er diesem alten Metall, das ich oben geschildert habe und sehr bewundere.

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Gestern war ich im Freibad. Das ist an sich ja `ne tolle Sache – wenn jeder sein eigenes hätte und auch nur besondere Leute Zutritt bekämen. Ich denke jetzt an meine Kumpels und ein paar Mädels oder so. Auf keinen Fall – und das meine ich wirklich ernst – dürften irgendwelche Kinder in mein Bad rein. Weil sich Kinder und Freizeit gegenseitig ausschließen. So wie Plus und Minus oder Dieter Bohlen und Thomas Anders. Denn: Was machen Kinder immerzu?! Dummes Zeug. Und das verdammt zu laut. Weil die meisten von ihrer Playstation erzogen wurden und mittlerweile hyperaktiv sind…

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Gestern liege ich so auf meiner Matte und döse… Ahne nix Böses. Genieße die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Kratze mich am Sack und bekomme eine Frisbee an den Kopf. Warum? Weil ich zu nah bei einer Familie mit drei Kindern lag. Da hätte ich mich auch gleich ins Babybecken setzen können. Ich schnappe mir also mein Zeug und tappe fluchend bis ans ruhige andere Ende des Bades. Dort lege ich mich neben eine Hecke in den Schatten. Weit und breit ist niemand zu sehen. Endlich Ruhe! Ich atme tief durch und stelle fest: Hier kommen wohl immer alle zum Pinkeln her. Klar – die Toiletten sind auch Ewigkeiten weit weg. Also nutze ich die Gunst der Stunde zu einem kleinen Geschäft! Anschließend marschiere ich mit meinem Kram ein gutes Stück zurück und verliere dabei meine Autoschlüssel. Aber: Neuer Platz und neues Glück.

Ich schaue ein paar Schönheiten hinterher und überrede mich anschließend zum Schwimmen. Stichwort Bodyforming und so. Also auf zum Becken und die kalten Duschen geschickt umlaufen. Weil: Kalt. Genau wie das verdammte Wasser in dem verdammten Schwimmbad! Ich muss natürlich cool rüber kommen und sammle meine ganze geschrumpfte Männlichkeit: Setze mich an den Rand und stecke ohne das Gesicht zu verziehen meine Beine ins Wasser. Brrrrrr! Nach zwei Stunden oder so hab ich mich an die Kälte gewöhnt (denke ich jedenfalls) und hüpfe rein. Nun: Falsch gedacht. Mir zieht es fast die Badehose aus! Nach ein paar Minuten wird es langsam erträglich und sogar richtig erfrischend. Beim Schwimmen das gleiche wie immer: Slalom – bloß mit menschlichen Pylonen. Da waren die Profis beim Training für Olympia 2030, ein paar verhärmte Hausfrauen (Aqua-Jogging ist ja sooo cool!) und diverse Rentner in Zeitlupe. Nicht zu vergessen: die Halbstarken auf der Jagd nach der größten Wasserbombe jenseits von Mururoa und Wespen im Wasser. Nach fünf Bahnen habe ich meinen Body genug geformt und brauche Stärkung.

Also raus aus dem Becken und rein ins Kiosk: Eis ist ausverkauft und die Pommes sind total versalzen. Egal. Was dich nicht umbringt… macht dich härter. Genau wie die folgenden zwei Stunden in der prallen Sonne. Natürlich ohne Lotion oder so was. Echte Kerle brauchen so was nicht (okay: Ich wollte nach zehn Minuten gehen und nicht einschlafen!). Die ersten Regentropfen auf meiner Haut machen mich dann wach (kann EIN Tropfen SO weh tun?!) und im Angesicht des Gewitters nehme ich die Beine in die Hand. In den nächsten Tagen ist aber erst mal nix mit Freibad – ich hab Sonnenbrand und kann mich kaum bewegen.

Matthäus 13, 47-50: „…So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden (die Bösen) heulen und mit den Zähnen knirschen…“

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Gestern passiert. Direkt nebenan, keine 500 Meter von meiner Bude. Allerdings scheint da ein bisschen was schief gelaufen zu sein: Ich war dort und habe fotografiert, aber keine Engel gesehen (außer meinen Schutzengel Eddie, aber der fliegt immer um mich rum, danke nochmal, Kumpel, für gestern, als mich diese Dachschindel um einen Meter verfehlt hat!), wurde auch nicht von irgendwelchen Gerechten getrennt und nicht in den Ofen geworfen. 

Obwohl der verdammt groß war. Die Josefskirche hat nämlich gebrannt. Und wie! Von einem „Höllenfeuer“ war da die Rede (20cent), von einem „flammenden Inferno“ (BILD) und von Leuten, die „mit Tränen in den Augen“ vor der brennenden Kirche standen (Radio). Böse Zungen können sich auch vorstellen, warum: Ein Gebimmel am Sonntag weniger, endlich wieder länger schlafen! Und das sogar bis auf weiteres, weil Glockenturm und Dach (frisch renoviert) eingestürzt sind. Ob die „Spätorgel“ das überlebt hat, ist noch unklar. Wenigstens kamen keine Menschen zu Schaden.

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Etwa um 15.15 gingen erste Meldungen bei Polizei und Feuerwehr ein. Dann bimmelte die Sirene auf dem Rathaus und ich nahm – wie schätzungsweise alle St. Ingberter - meine Beine in die Hand, um zur Rauchsäule am Horizont zu kommen und das Ende der Welt mitzuerleben. Aber nicht, um zu gaffen, sondern um zu arbeiten. Die Resultate sind heute in sämtlichen Zeitungen der Region zu sehen: BILD, 20cent und Saarbrücker Zeitung.

Ich schließe mich den Worten eines tapferen Helden von der Feuerwehr an, mit denen er gestern eine hysterische Frau angeplärrt hat: “Is’ doch alles nur matriell! Hauptsache, keinem passiert was!“ Genau. Obwohl sicherlich ein paar Leute von der Versicherung heulen und mit den Zähnen knirschen werden.

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Neulich in Saarbrücken. Beim Shoppen in der Fußgängerzone plötzlich die Frage: „Glauben Sie an Gott?“ Ich bleibe stehen und bin umzingelt von ’nem Typen mit  Dreitagebart und Goldkette. „Glauben Sie an Gott?“ Ich sage „Danke, aber ich bin schon Zeuge Jehovas.“ Stimmt zwar nicht, sorgt aber meistens für Ruhe im Karton. Ein Tipp: Möchte dir ein Schlipsträger ‘ne Mastercard aufschwatzen, dann sag ihm einfach, du hast schon den „Wachtturm“ abonniert. Schwierig wird diese Masche allerdings bei den echten Zeugen. Die wollen dann immer gleich zusammen gegen Masturbation demonstrieren oder so. Da muss man sich halt auf die Schnelle was anderes einfallen lassen…

Letztens zum Beispiel klingelte es mittags an der Tür. Ich torkelte im Halbschlaf – damals war ich noch Student - an die Gegensprechanlage und hörte folgendes: „Hallo? Hier ist Herr Freund. Ich möchte gerne mit ihnen über den Weltfrieden sprechen.“ Verständlich – dieses Thema bewegt ja zurzeit wieder alle Gemüter. Trotzdem hätte ich am liebsten gesagt: „Weltfrieden? Brauch ich nicht. Ist bestimmt viel zu teuer.“ Das kennt man ja auch von den Staubsaugern, die sie einem an der Tür andrehen wollen. Aber egal. Herr Freund wollte also über den Weltfrieden sprechen und ich nicht. Deshalb meine Frage an ihn: „Wer bezahlt euch Buben eigentlich für das hier?“ Er sagte: sein einziger Lohn wäre die Erleuchtung. Schön. Versucht doch mal (nur so zum Spaß!), mit Erleuchtung einen Kasten Selters oder ’ne Nutte zu bezahlen. Klappt nicht so ganz, oder?! Das sagte ich ihm aber nicht. Diese Leute gehen ja auch nur ihrem Job nach und verstehen meistens keinen Spaß. Da kann ein lustig gemeintes: „Wir haben Kampfhunde…“ ganz schnell falsch rüberkommen! Aus diesem Grund wählte ich auch die gute alte Ausrede mit dem Handy: „Entschuldigen Sie… aber mein Netz verschwindet gerade… Ich fahre in einen Tunn…“ …und Ende. Lustig! Oder etwa nicht?! Seitdem hat sich jedenfalls niemand mehr von denen blicken lassen.

Aber nun zurück zum Dreitagebart in der Fußgängerzone. „Glauben Sie an Gott?“ Besonders seriös kam die Type nicht gerade rüber. Deshalb meine Frage: „Wie viel soll ich überweisen? Oder möchten Sie lieber gleich meinen Geldbeutel mitnehmen?“ Das schien ihn zu kränken. Also beantwortete ich seine Frage: „Sollte ich das?“ Anscheinend schon, denn Mr. Goldkette rang mit den Händen und meinte: „Natürlich! Wir von der freien Kirche zu Gottes Gnaden glauben an das Wohl, die Erlösung unseres Geistes…“ Und so weiter. „Seid ihr eine Sekte?“ wollte ich wissen. Meine Vermutung: Scientology für Arme oder so. „Nein!“ so die Antwort, man wäre eine Kirche. Nun gut. Es gäbe sogar „Erleuchtung!“ Und da haben wirs: Erleuchtung ist wohl grad mächtig in. Erleuchtung für alle! Erleuchtung im Discount! Wozu braucht man dann eigentlich die Zeugen Jehovas?

Ich hatte keine Lust mehr auf Mr. Goldkette und wollte weiter gehen. Drehte mich um und wurde von der Type am Arm gepackt. Am Arm gepackt! Und im gleichen Augenblick passierte etwas wirklich Seltsames – vielleicht sogar ein Zeichen?! Ein Rollstuhlfahrer (!) kam rückwärts (!!) angebrettert und fuhr den Dreitagebart um (!!!). Dadurch gelang mir die Flucht. Gottes Wege sind manchmal unergründlich. Aber vielleicht war der Mann im Rollstuhl ja auch nur von Scientology und mächtig sauer auf die Konkurrenz.

Erleuchtung pur!

PS: Ich möchte niemanden wegen seiner Glaubensrichtung und/oder religiösen Überzeugung verletzen bzw. in irgendeiner Art und Weise beurteilen. Greift weiter nach dem Regenbogen, meine Freunde!

…dann wäre ich gerne ein Kurzohrrüsselspringer (Macroscelididae). Die sind ja soooo verdammt süss! Und ham’ sonst nix zu tun, als irgendwo in Afrika rumzurennen, Insekten oder Schnecken zu verputzen und sich Fortzupflanzen. Das kann man(n) aushalten, zumal ich vor kurzem zum ersten Mal Salat (aus dem Garten) mit Schnecken (hatten sich im Salat versteckt, die kleinen Racker!) gegessen hab und das gar nicht so schlecht war. Kleiner Scherz: Den Salat hab ich natürlich NICHT gegessen und die Schnecken lagen brav auf ‘nem Teller in ‘nem Restaurant. Aber: Lecker. Beziehungsweise: Bei weitem nicht so schlimm wie befüchtet.  

Blieben auf dem Weg zum erfolgreichen Kurzohrrüsselspringer also nur noch die Herausforderungen “Rumhüpfen in Afrika“ und „Poppen ohne Ende“. Da seh ich im Prinzip nur ein Problem: Wie komme ich nach Afrika?! Und: Ist es dort genauso heiß wie zur Zeit in meiner Dachwohnung? Wenn nicht: Fliegt Ryanair nach Togo?

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Fragen über Fragen. Aber bestimmt auch bei euch: Warum mache ich mir solche Gedanken? Ganz einfach. Zwei Stichworte: Copytest und Zoo. Im Zoo war ich nämlich gestern. In Frankfurt. Wobei ich mit „Zoo“ nicht die Stadt meine, sondern den Tierpark darin. Quasi der Zoo im Zoo oder so. Wie auch immer: Dort traf ich auf ein Exemplar des besagten Kurzohrrüsselspringers. Und war so beeindruckt, dass ich endlich und leider zu spät die richtige Antwort auf eine Frage im Copytest einer Berliner Agentur gefunden habe (Ganz kurz am Rande: Ein Copytest soll Agenturgurus zeigen, ob der kleine Bewerber große Antworten auf bescheuerte Fragen hat und deswegen zum Bewerbungsgespräch eingeladen und selbt Agenturguru werden kann). Dort wollte man nämlich wissen: „Stell dir vor, du wärst eine Mahlzeit. Welches Gericht bist du und warum sollten wir dich zum Fressen gern haben?“ Meine Antwort hätte eigentlich lauten müssen: Kurzohrrüsselspringer! Aus den bekannten Gründen und weil man die bestimmt auch essen kann. Nun: Zu spät. Ich hatte „Henkersmahlzeit“ in die blöde Bewerbung geschrieben. Und ärgere mich jetzt, dass ich bis gestern nix von Kurzohrrüsselspringern gewusst habe. Na ja, egal.

Solche Copytests sind manchmal eh ein wenig seltsam. Beispiel: „Dein Kollege Dieter ist ein Arschloch vor dem Herrn. Erst hat er dir die Freunde ausgespannt (Welche Freunde?), dann dein Auto zerkratzt und schließlich deine Gehaltserhöhung verhindert. Wie rächst du dich, ohne den Baseballschläger zu benutzen oder auf der Anklagebank zu enden?“. Nun ja. Obwohl mir mein treusorgendes Umfeld davon abgeraten hat, musste ich folgende Antwort schreiben: „Niemand (!) darf mein Auto zerkratzen. Das ist schon zerkratzt genug! Also wird mit ganz harten Bandagen gekämpft. Deswegen vögele ich mit der Frau des Chefs. Da wir uns bestens verstehen, spreche ich dann das Problem mal in aller Ruhe mit ihr durch. Woraufhin Sie ihrem Mann bei Gelegenheit stecken wird, dass Schlonzie seine Finger auf der letzten Bürofeier nicht unter Kontrolle halten konnte und sie nun Angst vor diesem Ungeheuer hätte. Also wird Dieter nicht mehr lange unter uns weilen.“ Problem gelöst. Aber den Job hab ich nicht bekommen, glaube ich. Doch da heisst es: Den Kopf nicht in den Sand stecken und weiter machen. Das würde auch Kollege Kurzohrrüsselspringer sagen.

Ich liebe Klassentreffen! Da gibt’s immer so herrlich viel kurioses zu erfahren. Wisst ihr schon das neueste?! Tina und Tobias (War der nicht mal schwul?) sind jetzt verlobt. Oder: Die Marianne hat den Markus. Und Babs ein Baby. Oder zwei. Sie war schon zu voll für solche Details. Im Grunde keine Überraschung: Bernd und die Bundeswehr. Der war schon immer ein echter Spezialist. Auch bei den Pfadfindern. Bernd, der Überfinder schlechthin. Mit erstklassiger Ausrüstung allzeit bereit und willens, das Sippenwochenende statt im Saarland mitten auf der Achse des Bösen zu verbringen. Wenn’s die damals schon gegeben hätte.

Ein paar Details: Thermoschlafsack bis Minus 300 Grad oder so; natürlich unverzichtbar für die Übernachtung im ersten Stock des Clubhauses. Dann: Die obligatorische Monsterstablampe. Mit sechs ganz speziellen Hochleistungsakkus. Damit hat Bernd dann nachts den Weg vom Schlafsaal zur Toilette gefunden. Ohne hinzufallen! Und nicht zu vergessen: Bis an die Zähne bewaffnet. Mit einem Messer von der Army. So groß, dass es in der EU eigentlich verboten ist. Aber: Damit war Bernd „überlebensfähig.“ Das brauchte er. Damals wollte allerdings niemand mit dem Bernd Krieg spielen. Und sonst auch nichts. Nun – dafür hat er ja jetzt seine Kameraden von der Bundeswehr. Denn da hat sich der Bernd verpflichten lassen. Dort spielt er jetzt also. Keinen Krieg! Zum Glück nicht! Aber beruhigend zu wissen, dass solche erstklassigen Männer wie er im Ernstfall bereit stünden. Der Bernd hatte während seines Grundwehrdienstes „so viel Spaß“, dass er sich direkt verpflichten musste. Für 13 Jahre Dienst an der Waffe. Und die reißt er jetzt im Nu runter. Vier sind schon vorbei und Bernd lebt immer noch. Ein Grund für seine Entscheidung damals: Die „Möglichkeiten“! Was es da für Chancen gibt: Hastdunichtgesehenbistdu Sanitätsoffizieranwärter! Und erst recht der finanzielle Aspekt! Was man da verdienen kann! Ja: Was?! Dazu wollte der Bernd nix konkretes sagen. Sei alles nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Klar. Und die Zukunft? Wenn die 13 Jahre vorüber sind und man zurück blickt: Was hat man da alles hinter sich?! Vielleicht in Afghanistan ein paar Bauern das Feld umgegraben und die restliche Zeit lang an kaputten Panzern rumgeschraubt. Aber die Möglichkeiten!

Extreme Aufstiegsmöglichkeiten! Oder: Runter gehts immer.

Na ja. Jedem das Seine. Versteht mich nicht falsch: Ich finde die Bundeswehr toll! Vor allem Friedenseinsätze sowie humanitären Hilfsaktionen sind heutzutage unabdingbar! Mein Problem ist einfach: Ich kann den Bernd nicht leiden. Und das bringt mich jetzt direkt zu der Marianne und dem Markus. Marianne ist blond. Ich möchte jetzt keine abgeschlafften Scherze über Blondinen bringen! Nein! Aber Marianne ist blond. Und sie genießt es. Marianne ist furchtbar blond. So blond ein Mensch nur sein kann. Und Markus konnte sie nie riechen. „Lass mich doch mit der in Ruhe!“ hatte Markus mal zu mir gesagt. Damals hatten wir uns darüber amüsiert, dass Marianne mit dem Markus zusammen war. Einem anderen Markus. Wie auch immer: Markus (unserer, nicht der andere), konnte Marianne nicht ausstehen. Und jetzt sind sie zusammen. Poppen sich durchs Leben. Aber das geht in Ordnung! Wenn der Markus so pervers ist – bitte sehr. Andere essen Singvögel. Aber damit hat sich der Markus für mich als guten Bekannten erledigt. Wer weiß denn schon, was der sonst noch so in seiner Freizeit macht?! Hamster in die Mikrowelle setzen? Wäsche waschen? Beiläufig: Der Markus war auch bei der Bundeswehr. Wollte sich ebenfalls für 13 Jahre verpflichten. Kam aber dann vorher mit der Marianne zusammen. Da stellt sich für mich die Frage: Was ist jetzt besser? Wie auch immer: Marianne und Markus sind zusammen. Und wenn nicht: dann steht der Markus am Fließband und setzt Einspritzdüsen oder so zusammen. Ursprünglich wollte er ja Physik studieren und in Amerika bei der NASA Raketen entwickeln. Aber ich sage: Die Einspritzdüsen wollen auch montiert werden!

Wo wir grad bei beziehungstechnischen Angelegenheiten sind: Tina und Tobias sind mittlerweile verheiratet! Wahnsinn! Hätte ich ja nie gedacht. Aber wahrscheinlich ist sie schwanger. Und wie ich von Tobias erfahren habe: Heiraten hat auch finanzielle Vorteile. Also wenigstens etwas… Aber an seiner Stelle hätte ich Tina vorher umgetauscht. Die hat doch Haare zwischen den Beinen! Ups: Moment! „Haare auf den Zähnen“ heißt es ja richtig. Auf jeden Fall steht der Tobias wahnsinnig unterm Schlappen. Recht geschieht ’s ihm. Aber Schnickschnack: Glückwunsch, ihr zwei! Ich gönn’s euch ja! Werdet froh! Meinen Segen habt ihr jedenfalls. Genau wie die Babs. Die war ja immer so auf ihre Karriere bedacht. Und nun: Hat ein Semester Jura studiert und dann Zweillinge bekommen. Auch ‘ne Möglichkeit. Jetzt ist die Babsi also Mami. Und der Papi unbekannt (ICH WARS NICHT!!!). Also ist sie wieder zuhause bei ihrer eigenen Mami eingezogen. Die beiden sind nun Doppelmamis, sozusagen. Da kann ja nichts mehr schief gehen. Auch ihr wünsche ich alles Gute. Und den Kleinen ebenfalls. Hab ich noch jemanden vergessen? Ach ja: Bernd. Aber das war Absicht. Ich liebe Klassentreffen…

Wie sie so da stand, vor ein paar Tagen, in der Dämmerung… Ein wenig schüchtern. Am Rande, abseits von allen anderen. Ich sah sie und meine Zeit schien still zu stehen. Plötzlich fing mein Herz an zu rasen, das Blut rauschte nur so durch meine Adern. Adrenalin kam hinzu und alles begann zu kribbeln, wie tausend kleine Käferchen auf meiner Haut. Ich suchte ihren Blick. Ein Zittern floss durch mich, Gänsehaut überzog meinen Körper. Ein paar unsichere Schritte in ihre Richtung. Alles um mich herum existierte jetzt nicht mehr. Es gab nur noch uns beide, sie war so einzigartig, so besonders. Ich stolperte zu ihr und legte meine Hand auf den schwarzen Lack. Ein wundervolles Gefühl… wir waren zusammen.

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Mit anderen Worten: Ich habe mir vor ein paar Tagen ein Auto gekauft. Was unvernünftiges: Einen verdammt geilen Jeep. Warum? Weil ich früher mal im Sandkasten mit sowas gespielt habe und nach Monaten der Vernunft (genau 12!) genug von der Vernunft hatte. Deswegen die Erkenntnis: Ich bin seit damals größer geworden und der Sandkasten im Grunde auch. Basta. Deswegen der Jeep. Ein Original: Cherokee, 15 Jahre alt. 4 Liter Maschine (Hubraum, nicht Verbrauch!) und knapp über 170 PS. Was mir dazu noch rationales einfällt?! Nicht mehr viel. 

So ein „Monsterwagen“ ist natürlich in Zeiten plötzlichen Klimawandels und allgemeiner Weltuntergangsstimmung absolut verwerflich. Deswegen werde ich auch jetzt so behandelt, als würde ich Leute von Greenpeace essen oder so. „Tankstelle gewonnen?!“ ist da noch die freundlichste Reaktion in meiner ersten Woche als Outlaw. Ich schätze, damit muss ich in Zukunft einfach leben. Halt! Bevor Ihr jetzt total empört seid und nicht mehr meinen Blog (den Blog des Typen, der das Leben unserer Kinder sowie deren Kinder versaut) lesen wollt, die Aufklärung des Ganzen: Die Umwelt liegt mir durchaus am Herzen und das Ding fährt mit LPG. Also mit Gas und deswegen umweltfreundlicher als mancher Kleinwagen. Warum ich im mehr oder weniger zivilisierten Saarland einen dicken Geländewagen und Allradantrieb brauche, mit dem ich auf den Mount Everest rauf fahren könnte?! Dazu muss ich mir erst was einfallen lassen und deswegen ist das ein Thema für irgendwann mal.

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PS: Ich liebe natürlich ausschließlich meine Freundin Julia und könnte niemals eine ernsthafte Beziehung zu einem Fahrzeug haben. Die Gefühlsbeschreibungen am Anfang dieses Textes dienen lediglich zur Unterhaltung der Leser und sind reine Fiktion. Ist das so okay, mein Schatz?! Und wo wir schon mal dabei sind: Magst du mich heiraten?