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Die Anzeige im Immoteil der Berliner Zeitung klang so gut: Bezirk Tiergarten; Sanierter Altbau, 3. Obergeschoss, 3 Zimmer, 90 Quadratmeter, Einbauküche, Wannenbad, Dielen, Balkon und Keller! Provisionsfrei!! 5-STERNE-IMMOBILIE!!!
Besichtigung und Verwirrung: Waren die beim Verteilen der Sterne besoffen? Wir spielen ein bisschen mit und bewerten neu… STERN 1: Ultraverkehrsgünstige Lage mit 4 Spuriger Hauptstraße sowie S-Bahn Haltestelle direkt vor der bunten Haustür mit den netten Graffitis. STERN 2: Eine beeindruckende Vielfalt verschiedener Gerüche im Treppenhaus, unter anderem der betörende Duft nach fettigem Essen, Mottenkugeln, Gras, Urin und Erbrochenem. STERN 3: Die dunkle Wohnung mit dem interessanten, verwinkelten Schnitt, den blauen (!) Holzdielen, dem grünen, glitschigen Badezimmer und der undichten Heizung. STERN 4: Die tollen Nachbarn. Hieroglyphen auf den Klingeln, eine Plaudertasche gegenüber („Meine Wohnung ist viel schöner als die da, kommt doch mal rein!“) und eine Blatta Orientalis im Flur. Blattawas? Nun, eine Küchenschabe. Dick. Hässlich. Und tot. „Schade, Schabe“, möchte man da doch sagen: „Wärste in deiner Küche geblieben, würdste jetzt bestimmt noch leben.“ Vielleicht wurde sie ja von einer der Spinnen angefallen. Oder vom Psycho nebenan. STERN 5: War leider nicht mehr zu beurteilen, weil wir vor einer Horde Punks weglaufen mussten, die wiederum vor einer Armee Skinheads geflüchtet sind, denen fünf Polizeistaffeln auf den Fersen waren. Oder so.

Auch ein 5-STERNE-Altbau?!
Okay, eben hab ich ein bisschen übertrieben. Ganz so schlimm ist unsere Wohungssuche nicht gewesen… die Punks waren zum Beispiel echt nett. Juli und ich haben 9 Buden besichtigt, 9 mal gestritten (Zu klein! Zu groß! Zu hell! Zu dunkel!) und 3 echt kultige Wohnungen gefunden. Jetzt laufen die Bewerbungen. Mal sehen, was sich so ergibt. Fortsetzung folgt! (Hoffentlich)
