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Wie schön: Nach dem Weihnachtsmann, den -elfen und dem -baum gibt es jetzt auch einen Weihnachtswicht. Einen Bösewicht. Und der bin wohl – gebt mir ein Halleluja – ich! Ronny’s Frisur sei Dank. Ronny?! Ja. Mein neuer Friseur: Ein echtes Original. Und schwul. Am Freitag hat er mich fast einen Kopf kürzer gemacht, als ich nicht mit ihm ausgehen wollte. Vielleicht hätte ich mir zwei Dümmlichkeiten sparen sollen:
Nummer 1: Nicht in einen Friseursalon gehen, der sich „Blond ist geil!“ auf die Fahnen geschrieben hat („Passt ja!“ dachte ich noch, weil ich doch auch blond und dauernd… ähem, aber das ist ein anderes Thema) und einen „geilen Männerhaarschnitt für nur 8 Euro“ auswählen. Nummer 2: Ronny nicht direkt am Anfang (auf Anfrage) verraten, dass ich glücklich verliebt bin und eine feste FREUNDIN habe (meine Süße, ich liebe dich!). Hätte ich damit gewartet bis nach dem Styling, würde ich jetzt vielleicht ein bisschen anders aussehen, netter und nicht wie’n Dealer vom Kiez.
Egal. Damit muss ich jetzt die kommenden 21 bis 28 Tage leben. Dann ist das Ganze vielleicht wieder nach- beziehungsweise rausgewachsen. Fast so lange hat auch meine „Streifenhörnchen“-Phase nach dem letzten Besuch beim Friseur gedauert (von wegen „Strähnchen“!). Das war noch nicht bei Ronny, sondern einer saarländischen Friteu… Pardon… Friseuse. Kann man(n) eigentlich Ende 2007 wieder „Friseuse“ sagen, ohne gleich abgemahnt zu werden? Oder heißt es weiterhin „Fachfrau für die Pflege des Kopfhaares sowie für die Gestaltung von Frisuren“? Wie auch immer: Ich frage mich, was beim nächsten Mal passiert. Vielleicht gibt’s eine Glatze? Oder gar Rastas? Auf jeden Fall passe ich in Berlin trotz oder gerade wegen meiner neuen Frisur ganz gut ins Straßenbild. Getreu dem Motto „Neukölln ist Ansichtssache.“ Was noch fehlt, bis ich ganz ausgewildert bin?! Vielleicht sollte ich mir in den nächsten Tagen und Wochen angewöhnen, rotzfrech zu sein und mein Geschäft in der Öffentlichkeit zu verrichten…
Zugegeben: Von hier fällt mir der Bogen zurück zum weihnachtlichen Anfang dieses Eintrags nicht ganz so leicht wie ursprünglich gedacht… Aber egal, der Weihnachtswicht wird jetzt mal schnell (weil er so viele Geschenke bekommen hat, total müde ist und eigentlich ins Bett sollte) eine überaus schlechte Überleitung zu den besten Wünschen des Abends beziehungsweise der Nacht machen und sagen: „Ojenyunyat Sungwiyadeson homungradon nagwutut!“ Das ist angeblich Iroquois (was das wiederum ist, weiß ich nicht genau) und bedeutet, na, was wohl: Frohe Weihnachten!


PS: Ronny, du findest schon noch deinen Mr. Right. (Moment mal: Eigentlich finde ich diesen Look doch nicht so übel… hm, Juli, Schatz, was meinst du?!)
Ich bin empört! Es ist ein Skandal, dass dieses Gammelfleisch aus 2005 immer noch in Umlauf ist und nun gestern Abend in Teilen auf meinem Dönerteller landete. Nach zwei wiederlichen Bissen ist mir vor Abscheu der Kugelschreiber aus meiner Hosentasche gefallen und nun gibts endlich (?) einen Kandidaten für den „Worst Case Döner of The Year 2007″ – nicht, dass wir überhaupt danach gesucht hätten. Mit „wir“ meine ich übrigens mich, aber es klingt einfach weltmännischer. Wie auch immer, nach diesen zwei Häppchen von dem schmaddeligen, süßlichen Fleisch und der sämigen Soße entschied ich, Bauchschmerzen zu bekommen und auf keinen Fall weiter essen zu können. Glück gehabt, du arme, kleine, braune, schimmlige Tomate und ihr fetten, weichen Pommes. Wenn euch kein Penner aus der Tonne zieht, landet ihr wohl auf dem Müll und könnt euch in aller Ruhe weiter zersetzen. Ich bin dann aufgestanden und wollte bezahlen, nur raus aus dem Laden, bevor ich noch Tetanus bekommen hätte oder sowas.
Aber das hatte ich mir zu einfach vorgestellt. Den man wollte mich nicht weg lassen. Nicht ohne mein Essen. „Soll ich’s einpacken?“ meinte der freundliche, dicke Herr mit den fettigen Haaren auf der anderen Seite des fleckigen Tresens, nachdem ich fünf Euro für einen Brechreiz bezahlt hatte. „Nein, Danke. Mir ist übel.“ Spätestens seitdem ich mit dem Teppich ein paar Sekunden lang um meinen Kugelschreiber ringen musste. „Ich pack’s ein.“ Mein Kopf schüttelte sich daraufhin fast von selbst. „Hat es Ihnen nicht geschmeckt?“ Gerne hätte ich wieder verneint, aber so was wird ja in letzter Zeit schnell mal als Multikulturalismusfeindlich eingestuft und dann ist es nur noch ein paar Schritte bis zur Glatze oder so. Also stammelte ich (mittlerweile war mir wirklich, wirklich, wirklich schlecht!): „Nein, mir war schon vorher (hrmpf) nicht gut.“ Und bekam den Fraß in eine Tüte eingepackt. Nun denn, als ich aus dem Laden torkelte, kam noch ein „Guten Appetit“ mit. Garantiert nicht. Nie mehr, nicht dort… Und auf den „Worst Case Döner of the Year 2008″ kann ich im Grunde auch verzichten.

Haben diese kleinen, schwarzen Punkte im Fleisch eigentlich vier oder sechs Beine?
„Ist sie das? Ist sie das?“ Die schrille Stimme hinter mir überschlug sich fast. „Ist sie das?“ Ich drehte mich um und sah einen Juppi Anfang Dreißig. „Ist sie das?“ Eine wichtige Frage, die ich ihm aber nicht wirklich beantworten konnte. Denn: Irgendwie sahen gestern Abend alle Mädels im Bangaluu Club so aus wie Paris Hilton. Was vielleicht auch damit zusammen hing, dass meine Augen wieder schlechter geworden waren und ich nicht mal die Toilette finden konnte. Außerdem habe ich mir eingebildet, dass Sarah Connor im VIP Bereich direkt gegenüber saß und mich über die Tanzfläche hinweg angeflirtet hat. Mich oder den dunkelhäutigen, halbnackten Tänzer auf der Empore vor mir.
Wie auch immer, irgendwann war’s dann tatsächlich Paris, die inmitten einer Traube von Paparazzi (dafür war ich mir zu schade) wie eine mediale Marionette durch den Club in ihre Lounge trieb. Wo sie angeblich mit ‘nem Model geflirtet hat und anschließend spurlos verschwand. Nicht umsonst hieß das Motto des Abends ja auch „Farewell Party.“ Ansonsten war’s eigentlich ganz gut: Der Club kam stylisch, die Musik super und ich war mächtig stolz, auf der Gästeliste zu sein. Aber was die Leute anging… um es mal mit Strombergs Motto zu sagen: „Die kochen hier auch nur mit ganz, ganz lauwarmem Wasser.“
So gab’s eine Gruppe Juppis (warum geht man(n) denn eigentlich im Anzug tanzen?), die geschlossen bei „Jump Around“ von House Of Pain zu Feierabend-Gangstas mutierten und wild gestikulierend durch die Gegend hoppten. Für genau 30 Sekunden, danach ging’s wieder zurück zur Stripperin. Und die hatte eine sehr eigenwillige Art zu Tanzen. Vielleicht hätte hier ein Blick in Boris’ Erziehungsbuch und der Ratgeber zum „Richtig Hin- und Herhüpfen“ geholfen. Das hat mich übrigens an alte „Y“ Zeiten erinnert, und an alte „Y“ Zeiten wollte ich eigentlich nie mehr erinnert werden. Wie auch immer: Mein absoluter Held des Abends war der Typ in den goldenen Slippern und dem funkelnden Sakko mit der blitzenden Aufschrift „Großstadt Adel“ über seiner rasierten Hühnerbrust. Wenn das mal nicht lauwarm ist. Ich bin dann heim gegangen…

Angekommen. Ich bin in Berlin. Mit Sack und Pack, beziehungsweise mit Pack ohne Hosen. Denn die sind irgendwie bei meinen Eltern in Zweibrücken gelandet. Ich hab’ schon überlegt, die Gelegenheit zu nutzen und endlich ein bisschen flitzen zu gehen. Das würde hier gar nicht so aus der Rolle fallen, bei den ganzen Irr… ähm extrovertierten Lebenskünstlern auf den Straßen, in der U-Bahn und in meinem Keller. Nein, Spaß beiseite, ich bin also gestern in meiner Umzugshose losgelaufen und hab mir eine neue, ganz tolle gekauft (Julia, sie macht meinen Po noch knackiger, wirst sehen!) . Morgen flieg ich dann wieder heim, um den Rest zu holen. Inklusive Auto, denn das hat nicht mehr in den kleinen Transporter von Europcar gepasst.
Überhaupt ging da am Schluss gar nix mehr rein, noch nicht mal das Klappbett für Michele, damit er nach nach’m Ausräumen-Helfen in meiner neuen Bude übernachten konnte. War aber nicht so schlimm, denn Mike hat meine Wohnung eh nicht gefunden und musste sich nach zwei Stunden Odysee am Reichstag (darf man das überhaupt noch so sagen ohne gleich in eine bestimmte Ecke gestopft zu werden?) abholen lassen. Bis dahin war der Einzug schon gelaufen (Danke noch mal an Undine und Vitali, dass ihr so spontan rüber gekommen seid!) und mein Kreuz im Eimer. Wie auch immer, Michele und ich haben irgendwann ein Jägerschnitzel gegessen und mein Bett mit 14 Schrauben zusammen gebaut. Dann war der Tag auch schon wieder rum, mein Kumpel auf dem Heimweg nach Wolfsburg und ich alleine, ein wenig verloren in der großen, großen Stadt. Also hab ich ein bisschen geweint und gehofft, dass Juli bald nachkommt, denn ohne Internet UND sie ist es hier verdammt einsam. Ich sitze übrigens grad in einem Café mit Hotspot, kann mich wegen dem ganzen Krach kaum aufs Schreiben konzentrieren und zähle die Tage bis zur Freischaltung meines neuen Anschlusses: Noch 13.
Das beste Mittel gegen „Cocooning“ (ist der Begriff eigentlich noch angesagt?) heißt ja bekanntlich: Raus aus der Bude und rein ins Leben. Also bin ich gestern losgezogen und hab mir eine kleine, digitale Knipskamera gekauft. Die passt einfach in die Hosentasche und ist ab sofort bei Kuriosem schnell zur Hand. Natürlich musste ich sie direkt ausprobieren und bin um kurz nach 24 Uhr zum Brandenburger Tor gefahren. Achtung, Geheimtipp: Mitten in der Nacht ist dort absolute Ruhe, von Touris (die wir Berliner ja überhaupt nicht abkönnen) oder Punks keine Spur. Nur die Historie und man selbst. Beeindruckend. Das gab ein ganz besonderes Gefühl im Bauch. Fast so wie anschließend im U-Bahnhof, als dort plötzlich „Verkehr eingestellt“ auf den Displays stand, der Busfahrer an der Haltstelle am Potsdamer Platz meinte, da fahre so spät „keene Bahn mehr“ und der Nachtbus zum Alexanderplatz ginge „irgendwo da drüben“ ab. Ja: Wo denn? Hinter der Mauer oder was? Egal, ich hab die Haltestellte schließlich gefunden, der Bus kam nach 20 Minuten, ich musste nur einmal umsteigen und war eine Stunde später zu hause. Echt aufregend. Mal gespannt, was heute noch so passiert… Vielleicht bekomme ich ja einen Stromschlag, wenn ich die Küchenlampe anklemme!
Auszug

Umzug

Einzug

Heute morgen im Radio: Ein Quiz, ein Saarländer, eine falsche Antwort und deswegen kein Mittagessen für umme. Der Moderator: „Wer sagte einst: Veni, vidi, vici“? Der Saarländer (unglaublich!): „Harry Porter?“ Der Moderator: „Meinen sie Harry Potter?“ Der Saarländer: „Ja.“ Der Moderator: „Nein.“
In diesem Augenblick dachte ich: Es ist doch ganz gut, dass ich hier wegziehe… Heute Abend ist es soweit, ich sitze gerade auf ein paar Kartons und sollte eigentlich meinen Mac zusammenpacken. Aber irgendwie brauche ich noch was, das mir den Abschied von St. Ingbert leichter macht. Also habe ich ein wenig gestöbert und bin in meinem Archiv auf folgendes gestoßen:





Mach’s gut, Homie. Vielleicht findest du irgendwann mal raus aus meinem Dachboden. Meine Stromkabel waren aber immer lecker, oder?!
Jetzt fällt mir der Umzug ein bißchen leichter. Übrigens: „Veni, vidi, vici (lat. „ich kam, ich sah, ich siegte“) ist das bekannteste Zitat des römischen Staatsmanns und Feldherren Julius Caesar. Er benutzte diese selbstbewusste Lakonie in einem Brief an seinen Freund Amintus nach seinem unerwartet schnellen Sieg bei Zela über Pharnakes II. von Pontus im Jahr 47 v. Chr. Mit der elegant formulierten alliterierenden Klimax dreier asyndetischer Zweisilber (eines Trikolons) unterstreicht er höchst eindrucksvoll, wie leicht, schnell und vernichtend er Pharnakes geschlagen hat.“ Nun ja. Damit wollte ich jetzt nicht auf den Putz hauen, aber so stand’s in Wikipedia. Ich kenn „veni, vidi, vici“ aus Asterix. Und irgendwie nehme ich das mal als gutes Omen und reime mehr schlecht als recht: Was der gute Caesar kann, kann der Jan(n) schon lan(g). Ha! Auf nach Berlin!
