Endlich wieder Internet in den eigenen vier beziehungsweise 20 Wänden! Und frische e-Mails im Postfach: 392 Stück, was ein kleines bisschen über meinem Durchschnitt liegt. Patricia hat geschrieben. Sie ist im Augenblick allein zuhause und hat eine „ganz besondere Überraschung“ für mich, „wenn du verstehst, was ich meine“ (Nee!). Es gibt auch was Neues von Abichayil aus Aichtal, die sich wie verrückt auf ihr brutales Movie freut (Welches denn?). Und dann ist da Hillary mit „Fabulous Discounts Wide Choices Generic Drugs“. Hm: Das klingt doch verdächtig nach außerirdischer Propaganda, oder?! Hab ich da vielleicht irgendwas verpasst?

Die 389 anderen Mails sind ähnlich verwirrend. Wie konnte ich bloß vier Wochen ohne Internetzugang existieren, ohne Input? Wo das Web doch mittlerweile zum digitalen Grundnahrungsmittel Nummer Eins geworden ist… Eine e-Mail sticht mir besonders ins Auge. Die 1&2 Internet AG (oder so ähnlich) fragt: „Zufrieden mit unserem Support?“ Nun, mal überlegen. Der Dienstleister hat seinen Dienst mit 16 Tagen Verspätung geleistet. Soll ich dafür jetzt Beifall klatschen? Dazu kommt noch die automatische Servicehotline mit der Intelligenz einer Küchenwaage. Ich erinnere mich noch gut an einen besonders interessanten Dialog, so als wär’s gestern gewesen. Oder vor 2 Tagen, vor 7 und 15…

[...] Möchten Sie mit einem unserer Mitarbeiter verbunden werden? Sagen Sie jetzt: Ja oder Nein.
„Ja.“

Ich konnte Sie leider nicht verstehen. Bitte wiederholen Sie die Antwort.
„Ja.“

Ich konnte Sie leider nicht verstehen. Bitte wiederholen Sie die Antwort.
„Jaa.“

Ich konnte Sie leider nicht verstehen. Bitte wiederholen Sie die Antwort.
„JA!“

Ich konnte Sie leider nicht verstehen. Bitte wiederholen Sie die Antwort.
„*§$%R!“

Ich konnte Sie leider nicht verstehen. Bitte wiederholen Sie die Antwort.
„JAAAAAAAARGH!“

Ich konnte Sie leider nicht verstehen. Bitte wiederholen Sie die Antwort.
„Nein.“

Vielen Dank für das Gespräch. Auf Wiederhören.

Bitte. Gern geschehen (oder etwa nicht?). Gleich danach wollte ich mir beim Checker um die Ecke eine Knarre besorgen und diesem verdammten Telefonroboter die Schaltkreise raus blasen. Das hab ich dann doch nicht gemacht, weil mir eine Schüssel Kornflakes dazwischenkam und ich anschließend zu faul war. Aber trotzdem: Wer hat bloß diese Hotlines verbrochen? Und: Hab ich vielleicht einen Sprachfehler?

Wahrscheinlich versteht mich hier deswegen niemand, wenn ich „bitte keine Zwiebeln“ auf dem Döner/Burger/Donut haben möchte…

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Hallo, Hotline!