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Neulich an der Haltestelle: Mal wieder keine Bahn in Sicht, dafür eine junge Mami mit ihrer kleinen Tochter. Die Mami: „Kiek ma, Kleene: Ne jeköpfte Taube!“ (wobei „jetöpfte Kaube“ fast noch besser klingt, vielleicht sollte man den Dialekt noch mal überdenken…) Im gleichen Atemzug zeigt sie (die Mami, nicht die Taube!) nach unten: Dort lag der Kopf (ich schwöre, mit leicht verdutztem Blick!) und gegenüber, auf der anderen Seite der Schiene, befand sich der zerrupfte Rest. Schön sauber getrennt, wie man’s mit Abfall ja machen sollte.

Da gibt’s doch diesen alten Witz… Frage: „Hat hier jemand was gegen Tauben?“ Antwort: „Ja! Ein Luftgewehr.“ Nun: Jetzt könnte man Luftgewehr durch „Straßenbahn“ ersetzen. Oder vielleicht auch nicht, weil die Verkehrsbetriebe schon genug Schwierigkeiten mit den Trams haben. So stands zumindest vor ein paar Tagen in der Zeitung. Das Betriebsgeräusch der Bahnen sei viel zu leise und deswegen laufen ihnen vor allem Kinder, Senioren und körperlich Benachteiligte im Weg rum. Manchmal werden die dann ein Stückchen mitgenommen, obwohl sie eigentlich in die andere Richtung wollten. Da müsste also möglichst zügig (Wortspiel!) was getan werden! Die Taube hat sich ihren Feierabend sicherlich auch anders vorgestellt. Wollte wahrscheinlich mit ihren Kollegen auf meiner Fensterbank abhängen und den Gehweg bescheißen. Stattdessen ist das letzte, was sie hört, ein leises, elektrisches Surren, und das letzte, was sie sieht: Die Räder der M10. Irgendwie traurig.

Und das war dieses kleine Mädchen dann auch, als es die jetöpfte Kaube sah. Zumindest deute ich die Tränen so, welche irgendwann aus den roten Augen quollen, nachdem ihr die Stimme vor lauter entsetztem Geschrei gebrochen war. Die Mutter meinte daraufhin: „Oh! Hätt ich dir nicht zeigen sollen.“ Nun ja. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zum Licht. Oder so. Apropos: In der Bahn hab ich dann folgenden Gesprächsfetzen aufgeschnappt, er kam von einem jungen Mann mit Handy am Ohr: „Krass, oder?! Ich bin ‘ne stumme Elfe!“

Da komme ich ja noch ganz gut weg. Schließlich bin ich ja seit kurzem ein Workaholicflummi, zumindest wenn’s nach Julia geht. Wie sie wohl darauf gekommen ist? (letztens, als du mich nackt und mit meinem Laptop unterm Arm durch den Flur hast hüpfen sehen, da wollte ich nur auf die Toilette, ehrlich!) Nun, egal: Ich denke jedenfalls: Besser ein Workaholicflummi und ein bisschen kopflos, als eine Taube in zwei Teilen oder eine Elfe ohne Worte. Hallo, Selbsterkenntnis, wo bist du?!

Letztens im Flugzeug, kurz nach dem Start in Berlin: „Meine Damen und Herren: Leider ist eine Landung in Zweibrücken zur Zeit nicht möglich. Es herrscht dort dichter Nebel. Auch in Saarbrücken oder Luxemburg sind die Bedinungungen zu schlecht.“ Ein Aufschrei bei den Passagieren! Der Pilot weiter: „Deswegen landen wir jetzt in Stuttgart.“

Panik! Eine Stimme vor mir: „Stuttgart? Ach du Scheisse.“ Von weiter hinten: „Da wäre ich doch lieber abgestürzt!“ Hab ich irgendwas verpasst? Seit wann wird Stuttgart denn geschnitten? Sogar eine Amerikanerin war total fertig: „Stuttgart? No Way!“ Wenn’s jetzt der Libanon gewesen wäre, würde ich das ja noch verstehen. Oder Birma. Auch okay. Selbst bei Burscheid könnte man ein Auge zudrücken. Aber was ist denn bitte so schlimm an Stuttgart?

Nicht, dass ich das herausfinden wollte. Deswegen ging’s nach der Landung auch direkt zum Reisebus, der die ganze Blase weiter nach Zweibrücken karren sollte. Dem Navigationsgerät („Nawi“) sei dank! Denn sonst wären wir wahrscheinlich nie angekommen.

Fahrer: „Wo iss fahre jetz?“

Organisation: „Zweibrücken!“

Fahrer: „Wo?“

Organisation: „Zweibrücken!“

Fahrer: „Iss verlasse niss die Strass!“

Organisation: „Müssen Sie nicht. Sie fahren nur nach Zweibrücken.“

Fahrer: „Is das in Nawi?“

Organisation: „Zweibrücken? Ja.“

Fahrer: „Gutt dann iss fahre.“

Wie der wohl nach Deutschland gefunden hat? Und noch ein Rätsel: Warum kam diese Rostschüssel von Bus überhaupt durch den TÜV? Wo doch die Türe direkt neben mir nicht mehr richtig zu ging und die Achse unter mir ständig gepoltert hat? Ich werd’s wohl nie erfahren. Ebenfalls offen bleibt die Frage, warum das 527. Remake von „The Fog – Der Nebel des Grauens“ unbedingt in Zweibrücken gedreht werden musste. Da gibt’s doch bestimmt andere Möglichkeiten. Stuttgart zum Beispiel.

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Ein fröhliches Hallo nach Zweibrücken.

Ich fürchte, ich bin Oldschool. Zumindest ein bisschen. Was aber bestimmt nicht so schlimm ist, denn im Moment wird ja immer mehr Oldschool. Leider sind die Leute meistens noch nicht bereit dafür, aber ich glaube, das ist wie bei einem guten Medikament: Man muss es erst mal wirken lassen. Und wirgendwann surft man dann auf der großen Welle. (Nein, ich bin nicht süchtig nach Paracetamol, dem guten, alten „cet“, wie ich es liebevoll nenne!)

Wie lautet eigentlich die Definition von Oldschool? Wikipedia meint: Old School (dt. alte Schule) bezeichnet etwas Aktuelles, das sich auf Vergangenes bezieht. Der Begriff ist im Zusammenhang mit Hip Hop entstanden, wird heutzutage aber auch in anderen Bereichen verwendet. Aha! 3 Dinge, die meiner bescheidenen Meinung nach unheimlich alte Schule sind: Toffifee, analoge Fotografie (Ja! Das gibt es noch!) sowie unnötig ein paar Liter Benzin verbrennen, um mal eben nach Spandau in ein American Diner zu fahren und dort einen Shake (Schoko-Banane, Baby!) plus PanCakes (Mit Ahornsirup) zu verputzen. Da sag ich doch nur: (Hip Hop) Hooray! Was wohl auch Oldschool ist, weil man ja von Naughty by Nature seit ein paar Jahren nix mehr neues gehört hat (Schade!).

Wie ich überhaupt auf den ganzen Krempel hier komme? Durch die schmerzhafte, weil negative Wertung eines Mädels bei der Party, zu der sie uns (Julia, ein befreundetes Pärchen und mich) geschleppt hat. Und die lautete: „Uuurgh! Wie Oldschool ist das denn hier?“ Hey: das gab mir einen Stich ins musikalische Herz, denn ich fand es echt toll dort! Das war meine Musik! Wider Erwarten. Denn der Abend hatte ziemlich seltsam begonnen: Besagtes Mädel, eine „Künstlerin“ (ich hab’ das jetzt absichtlich in Anführungszeichen gesetzt, weil ich diesbezüglich meine Zweifel habe), hat uns zuerst in eine kleine, „wahnsinnig interessante“ Vernissage von der Bekannten einer Freundin, „die auch bei H&M die Schaufenster macht“ (was immer das bedeuten soll) geschleppt. Dort ließ sie uns ein wenig verwirrt stehen. Der Orangensaft war leider alle und deswegen fehlten mir die nötigen Vitamine, um sinnvoll über die Arbeiten da nachzudenken. Egal, nach einer halben Stunde zerrte uns das Mädel weiter zu einer „wahnsinnig interessanten“ Party in einen kleinen Kellerraum am Kudamm.

Soweit, so gut. Das Motto des Abends war „Autistic Disco“, was ich ziemlich seltsam fand. Ob das wohl was mit „Autistic Pride“ zu tun hatte? Meiner bescheidenen Recherche nach ist das eine Bewegung, die sich früher mit Homosexualität und Gleichberechtigung beschäftigt hat, heute aber eher die Krankheit des Autismus thematisiert… Keine Ahnung, aber ich glaube, so genau wussten die Organisatoren das wohl auch nicht. Wirkte alles ein bisschen improvisiert, aber das hatte was.

Der DJ spielte Grandmaster Flash, Kurtis Blow, Run DMC und Deichkind (?). Dann folgte irgendwann Michael Jackson (da hab ich schnell noch ein Foto machen lassen) sowie ein paar andere Klassiker aus den 80s, gefolgt von Rihanna und 50 Cent. Als Nena kam, gingen wir. Weil Nena nix für mich ist. Sozusagen NoSchool. Auf jeden Fall wurde auf der Rückfahrt ausgiebig darüber dikutiert, warum die Party so schlecht war. Ich hielt mich raus, weil auch mein Vorschlag, „auf einen Absacker noch bei Burger King“ reinzuschauen, nicht wirklich beachtet wurde. Nun: Vielleicht muss das Ganze nur ein bisschen einwirken, und irgendwann surfen die Peoples auch auf meiner Welle. Wie Julia, die sogar 50 Cent mittlerweile toll findet. Hooray!

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Oldschool? 

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