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Hilfe. Ich glaube, ich bin traumatisiert. Wegen einer einfachen Frage zur Begrüßung, die gestern Nachmittag von Julia kam und folgendermaßen lautete: „Na? Wie geht’s meinem Hausmann denn heute?“ Zuerst war ich verwirrt: „Wen meinst du denn?“ Woraufhin ich einen Klaps auf den Hintern bekam, und dazu die Antwort: „Na dich, mein Schnuffi.“ Bewusstlos sackte ich zu Boden.

Nein, Spaß beiseite. Mir wurden nur die Knie weich, meine Hände fingen an zu zittern und auf meiner Stirn bildete sich kalter Schweiss. Außerdem taten mir auf einmal – ich schwöre – meine Hoden weh. Hausmann? Ich muss das noch mal wiederholen, weil ich es immer noch nicht begreifen kann: Hausmann? Das klingt ja furchtbar! Da wurden zwei vollkommen gegensätzliche, unschuldige Begriffe zu einem ganz, ganz schlimmen Ganzen vereint. So ähnlich wie bei „Kernschmelze“.

„Der Ausdruck Hausmann bezeichnet heute den in einem Haushalt analog der Hausfrau die Hausarbeit verrichtenden männlichen Angehörigen.“ Steht in Wikipedia. Für mich bewegten sich Hausmänner bisher immer auf einer Ebene mit Schimmelpilzen. Ich will ja jetzt nicht den Pascha raushängen lassen, aber wie sagte doch dieser Typ letztens im Radio: „Für den Haushalt ist eine Frau zuständig.“ Genau. Kann man das überhaupt anders sehen? Man(n) nicht. Aber frau, und besonders Juli. Die wohnt übrigens seit genau 6 Tagen mit mir zusammen und hat seit 2 Tagen ihren neuen Job. Sie ist also berufstätig. Und keine Hausfrau. Hab ich mich da etwa aufgeregt? Hab ich da etwa gestichelt? Nach dem Motto: „Wieso aufstehen? Es ist doch erst halb neun! Wie? Du musst zur Arbeit?“ Nein. Hab ich nicht. Bin stillschweigend liegen geblieben. Frühstück hätte es ja eh keines gegeben.

Was ich damit sagen will: Ich fühle mich diskriminiert! Ganz ehrlich. Nur, weil ich zuhause arbeite. Da rutscht man anscheinend ganz, ganz schnell in diese Schimmelpilzbefallene Ecke rüber. Ach, ein Hausmann (verächtliche Betonung!)! NUR ein Hausmann… Wenn ich das schon höre. Wer noch so denkt? Bestimmt der Paketbote von DHL, der seit kurzem bei mir alle nicht zustellbaren Pakete fürs ganze Haus abgibt, weil ich „ja immer da“ bin. Der auch mal eben anfragt, ob ich nicht mit runter gehen und „die paar Besoffenen im Hausflur“ vertreibe könne. „Nein!“ wollte ich da schon sagen: „Ich arbeite“ (und außerdem läuft gleich eine Auktion bei ebay aus). Bin dann trotzdem mit runter, weil ich ja nicht faul rüberkommen wollte.

Meine liebe Julia, lieber DHL Mensch, liebe Leser: Ich bin freiberuflich im kreativen Bereich tätig und kenne keine Arbeitszeiten. Ich arbeite immer. So. Punkt. Ausrufezeichen. Mein verwirrtes Gemüt findet niemals Ruhe. Gestern nicht, als ich die Kleiderkammer eingerichtet und die Regale aufgebaut habe und heute ebenfalls nicht, als ich mal schnell überall durchputzen musste. War ja wirklich furchtbar schmutzig, die Bude. Noch vom Umzug, den man übrigens mit einem kleinen, sinnlosen Reim und in zwei Bildern zusammenfassen kann: So ein schei…,

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Bad Hersfeld, Ostersonntag, 06:10 Uhr.

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Unterwegs, vermutlich auf der A4, Ostersonntag, 8:41 Uhr.

Lange Rede kurzer Sinn: Bin glücklich, dass Julia jetzt bei mir ist und ich nicht mehr alleine in Berlin abhängen muss. Die Sache mit dem Hausmann verdränge ich nun einfach. Mal gespannt, was sonst noch so passieren wird, in unserer gemeinsamen Wohnung und der gemeinsamen Zukunft.