Eigentlich hört sich das doch ganz nett an: Zörbig ist eine kleine Stadt im Süden von Sachsen-Anhalt zwischen Bitterfeld-Wolfen und der Kreisstadt Köthen. Sie entstand im Altmoränengebiet der Norddeutschen Tiefebene und ihre Geschichte reicht viele Jahrhunderte in die Vergangenheit zurück. Damals wurde die Gegend von slawischen Stämmen besiedelt und im Laufe der Zeit muss irgendwas Schlimmes passiert sein. Anders lässt sich dieser bildgewordene Alptraum, den ich gestern als Großflächenwerbung in Mitte gesehen habe, nicht erklären:

Was will uns diese Werbung einer Edelkonfitürenmarke (die in der DDR übrigens ein Rübensiruphersteller war) sagen, welche Emotionen möchte sie beim Betrachter und Konsumenten wecken? Meine waren klar: Ich hätte jetzt gerne „namenloses Entsetzen“ geschrieben, aber das Entsetzen hat ab jetzt einen Namen: Zörbiger. Und meine Theorie dazu: Iss ein bisschen was von dieser Marmelade und irgendwelche mutierten Erdbeeren fressen dich von innen auf. Oder du verwandelst dich in einen verdammten Zombie. Auf jeden Fall wird man von dem Zeug komplett gaga. Ich will sowas nie wieder sehen, geschweige denn angreifen oder, Gott bewahre, essen. Man könnte also sagen: Diese Werbung wurde ein bisschen unglücklich umgesetzt. Was auch andere erkannt haben…

Furchtbar, oder? Wobei ich jetzt nicht entscheiden könnte, welches Motiv mir besser gefällt bzw. mehr Bauchschmerzen bereitet. Den kleinen, unschuldigen Kindern, die auf dem Weg zum Spielplatz oder der Schule daran vorbeilaufen müssen, wirds egal sein: Sie fangen bei beiden an zu weinen. Vielleicht hilft da nur eines: Augen zu und durch.

Mal Urlaub in Zörbig machen? Vergiss es.

Mein Lieblingsmotiv: Der Zörbiger Zombie.